Imbolc - das Licht feiern und eine Jahreskerze basteln
Ritual & Brauchtum mit Kindern
Brauchtum & Bedeutung
Heute wird Lichtmess gefeiert. Ein kirchliches Fest, das auf das Mondfest Imbolc zurückgeht, welches ursprünglich am 2. Vollmond nach der Wintersonnenwende gefeiert wurde. Also heuer am 12. Februar. Heute wird auch Imbolc meist an einem fixen Datum, nämlich in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar zelebriert.
Wie du bereits weißt, ist die Energie von Jahreskreisfesten, die auf die Zyklen der Natur zurückzuführen ist, nicht an einem genauen Tag festzumachen und wirkt länger. Davor und danach. Daher gibt es hier kein Richtig oder Falsch, sondern es geht vielmehr um dein Gefühl. Und auch je nach Wohnort kann die Energie sehr unterschiedlich sein.
Der Februar war schon in frühester Zeit, ein Monat der Reinigung und des Klarmachens nach dem Winter, denn das Licht wird nun selbst im Außen merklich stärker und so darf auch ins Haus und an den Hof wieder mehr Licht und Klarheit kommen. Es wurde geputzt, geräuchert und ja, vor Ostern auch gefastet.
Noch heute werden zur Lichtmess in der katholischen Kirche alle Kerzen für das kommende Jahr gesegnet. Ein Brauch, der fast heidnisch anmutet und tatsächlich auch dem ursprünglichen Imbolc noch sehr nahe ist.
Imbolc ist das Fest, an welchen wir das Licht im Außen feiern und vor allem auch in uns erkennen dürfen, um dieses nach außen strahlen zu lassen.
Die Bedeutung hinter Imbolc und das Fest auch mit Kindern zu zelebrieren, kann wunderschön sein. Denn uns immer wieder mit dem Jahreskreis und seinen Festen zu verbinden, schenkt auch unseren Kindern von früh an ein tiefes Verständnis für Mutter Erde und ihre Prozesse, aber auch für unsere eigenen.
eine Jahreskerze basteln
Zu Imbolc ist es wunderschön, mit Kindern eine Jahreskerze zu basteln und diese im Anschluss gemeinsam in einem Ritual zu entzünden.
Alles, was ihr dazu braucht sind Gläser (so viele wie Personen), ein paar Kerzenreste in euren Farbwünschen und ein paar saubere, alte Dosen, Kerzendocht (ev. plus Halterung) sowie Glasmalstifte.
Legt zunächst eine Schutzunterlage unter euren Arbeitsplatz und richtet euch alle Materialien.
Beginnt nun kreativ zu werden und eure Gläser ganz nach euren Wünschen zu bemalen. Lasst diese dann trocknen und klebt anschließend den Kerzendocht hinein. Ein kleiner Tipp, mit Holzdocht geht es einfacher. Für einen Baumwolldoch empfehle ich oben eine Halterung, wie eine Wäscheklammer oder die Verschlüsse für Vorratsbeutel, um den Docht zu spannen und zu fixieren.
Die Kerzenreste werden nun je Farbe in eine Dose gegeben und anschließend im Wasserbad geschmolzen.
Und nun kann es mit dem Gießen auch schon losgehen. Entscheidet ihr euch für eine Farbe, gießt alles auf einmal ins Glas. Wenn ihr sie bunt geschichtet haben möchtet, muss die vorherige Schicht trocken sein. Sonst vermischen sich die Farben.
Vorsicht beim Gießen, das flüssige Kerzenwachs ist heiß.
(Wenn ich nicht mit Kerzenresten gieße, wie in den Bildern, verwende ich rein pflanzliche Wachse. Diese sind auch sehr leicht aus Töpfen zu waschen und so kannst du anstatt Dosen einfach Töpfe nehmen.)
Lasst anschließend die Kerzen bzw. das Wachs vollständig trocknen und entfernt erst danach die Halterung für den Docht, sofern ihr eine verwendet habt.
Sind eure Kerzen fertig, räumt im Sinne von Imbolc gerne noch euren Arbeitsplatz sauber auf und sucht euch anschließen einen schönen Platz, vielleicht in der Natur, um eure Kerzen zu segnen.
Wenn es schneller gehen soll bzw. Alternativen: Vielleicht möchtet ihr eine Kerze im Glas kaufen und einfach dieses mit Glasstiften bemalen oder rollt euch eine Kerze aus Bienenwachsplatten.
Das Licht einladen
Ritual für Klein und Groß
Nehmt euch für das Ritual eure Kerzen, ein Feuerzeug oder Streichhölzer und gerne auch eine kleine Jause oder worauf ihr sonst noch Lust habt, mit.
(Für das Ritual ist es von Vorteil, wenn ein Elternteil/ein Erwachsener die Anleitung übernimmt.)
Atmet zunächst ein paar Mal tief ein und aus und verbindet euch mit Mutter Erde, Vater Himmel, allen Wesenheiten, die euch beiwohnen dürfen und euch selbst.
Dann erinnert euch ganz bewusst daran, gerne laut in der Gruppe, was euer Licht ist und wohin ihr mehr Licht schicken dürft.
Hier können euch folgende Fragen helfen:
- Was macht mir Freude und schenkt mir Licht?
- Worin bin ich richtig gut und kann auch anderen (Menschen, Tieren, der Erde, …) helfen und Freude/Licht bringen.
- Was möchte ich noch mehr können, weil es mir so viel Spaß macht?
- Wofür bin ich gerade dankbar und welches Licht habe ich schon in meinem Leben?
- Und alles, was euch sonst noch einfällt...
Anschließend entzündet gemeinsam eure Kerzen und bittet bewusst darum, dass sie euch immer wieder an all das Licht in und um euch erinnern.
Nun verbringt gerne noch etwas Zeit hier, spielt, legt ein Mandala für die Natur oder jausnet und habt einfach Freude.
Bedankt euch abschließend, blast eure Kerzen aus, wenn ihr das nicht schon vorher getan habt und verlasst euren Platz, vor allem in der Natur, so wie ihr ihn vorgefunden habt bzw. hinterlasst nur natürliche Materialien.
Die Kerzen dürfen euch nun ein ganzes Jahr lang, bei wichtigen Anlässen begleiten (Geburtstag, Feste, erste Zahnlücke, Licht in der Dunkelheit, …) oder vielleicht auch jeden Abend, bei eurem Abendritual, in welchem Dankbarkeit ein wichtiger Punkt sein kann, entzündet werden.
Kommentar schreiben